Unter die Haut

Heute möchte ich ein Erlebnis erzählen, das unter die Haut geht. Ihr werdet staunen…ich zumindest war schwer beeindruckt und tief berührt.

„Aus den Rinden von Bäumen können Gefäße hergestellt werden“

Das hörte ich beim Grundkurs der Wildnisausbildung….doch probiert habe ich es nie…

Bis ich (wir) beim letzten Pflanzenkurs daran erinnert wurde(n). Wir wanderten in einem Wald, der gerade ausgeforstet wurde. Die Rinde von Bäumen dient als ausgezeichnete Survival Nahrung. Das innere der Rinde – das Kambium kann gegessen werden…es ist sehr nahrhaft…und ausserdem können Gefäße hergestellt werden, die sogar Flüssigkeiten halten.

Die lieben Bäume liefern uns immer wieder so viele Geschenke…

Die Rinde darf man nie über die ganze Breite abziehen….ausser der Baum ist schon gefällt…das würde den Baum zu stark verletzen.

Hat man aber die Möglichkeit wie wir und findet gefällte Bäume…bietet es sich an, den Baum auf eine besondere Weise kennenzulernen!

Du schneidest die Rinde ein, hebst sie an und löst mit den Händen und einem Messer die Rinde vom Baum…die Bilder zeigen es….

Es ist schwer zu beschreiben, wie sich das anfühlt….ich kann dir dieses Erlebnis nur ans Herz legen. Der Baum ist innen glatt und seidig….und ganz feucht. Man taucht irgendwie IN den Baum ein. Eine sehr intime Begegnung. Und der Duft. Hmmm. Und die Flüssigkeit….ein Gemisch aus Wasser und Harz….schmeckt lecker….und die Haut der Hände wird bei dieser Arbeit ganz zart….

Das weiße Innen kann man abschaben und essen. Zieht man einige Fäden ab, könnte man sie wie Nudeln kochen….das werde ich erst probieren. Mir schmeckt es roh schon sehr gut….

Nun startet die Falt – Gestalt – Aktion….wie Geschenkboxen versucht man möglichst aus dem ganzen Stück ein Gefäß zu formen und falten…bis die Rinde trocken ist – sie wird ganz hart, weicht jedoch auf, wenn länger Flüssigkeit im Gefäß ist.

Es war so schön zu beobachten, wie sich dieses Thema durch die Gruppe bewegte…jemand hat begonnen, jemand anderer etwas weiter gemacht, das hat wieder wen inspiriert was anderes zu versuchen,…..so entwickelten sich viele verschiedene Methoden und Kreationen!

Emu´s Kreation: er hat in Äste einen Spalt geschnitzt, um sie wie als Klammer zu verwenden bis die Schüssel trocken ist….dann noch zum fixieren, Löcher und mit Schnur aus Rinde gebunden

Kathrin´s Werke: sie hat ihre Rinde eingeschnitten und aussen mit einer langen schmalen Rinde („Schäps Abwurf“= Baum entrinden) stabilisiert – als Obstschale (wird keine Flüssigkeit halten) (die Steine sind zum fixieren, bis trocken)

Hier meine Kreationen: schon in getrocknetem Zustand. Ich habe zuhause zum Fixieren einfach Wäscheklammern genommen (das kleine Boot ist von Kathrin)

Na…bist du neugierig, wie sich eine Baumhaut anfühlt?

Hast du Ideen, was du kreieren möchtest? Lass deiner Phantasie freien Lauf….ein Stoff der besonderen Art….

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