Die Eibe – taxus baccata – ein außergewöhnlicher Baum

Es gibt nur einen giftigen Nadelbaum in Europa…wie heißt er?

Welcher Nadelbaum hat keine Zapfen, sondern rote Beeren?

Welcher Nadelbaum kann im Schatten und in der Feuchtigkeit leben und braucht sogar solche Bedingungen?

DIE EIBE

taxus baccata

Ein ganz außergewöhnlicher, aus der Regel fallender Baum…die Eibe verhält sich in ihrem Wesen ganz anders als ihre Kolleginnen, die Fichte, Tanne oder Kiefer.

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Erstens und ganz wichtig zu wissen – sie ist SEHR GIFTIG ! Alle Teile der Eibe!

Ausser der rote Fruchtmantel. Achtung – der Kern IST giftig! Also Vorsicht beim probieren. Trotz, oder vielleicht besonders wegen der Gefahr, ist es ein Erlebnis die Beeren zu kosten. Sie schmecken angenehm süß und fruchtig und haben eine schleimige Konsistenz….ein Genuß! (für mich). Nur die weiblichen Bäume tragen diese Scheinfrüchte – es sind eigentlich Samen mit einem Fruchtmantel. Eine weitere Besonderheit unter Bäumen…die Eibe ist zweihäusig – bedeutet –  jedes Exemplar trägt nur männliche oder nur weibliche Blüten – und nur die weiblichen Blüten bilden Früchte…den Samenmantel nennt man Arillus…die Beeren sind im Herbst reif.

….meinen Versuch Marmelade zu kochen, habe ich aufgegeben, da sich das Kerne Entfernen im frischen Zustand als sehr schwierig gestaltet. Ich habe zu großen Respekt vor den giftigen Kernen….in etwas getrocknetem Zustand lassen sich die Kerne aber  leicht entfernen. Mhm, lecker…und lange haltbar…

so schön und magisch….diese roten Beeren

Um deutlich zu machen wie stark das enthaltene Taxin wirkt…die Einnahme weniger Nadeln, führen zu Erbrechen, Bewußtseinsstörungen, Schädigung des Herzens bis hin zur Atemlähmung und TOD! Auch für domestizierte Tiere ist die Eibe giftig. Pferde, Ziegen, Hunde, Rinder…sie alle sterben beim Verzehr, nicht so Wildtiere! Reh und Rotwild lieben die jungen Triebe….das ist auch ein Mitgrund, warum die Eibe nur mehr selten ist. Ihr fehlt durch Kahlschläge der notwendige Schatten und der große Wildbestand macht es jungen Pflanzen schwer groß zu werden. Die Bestände wurden einfach übernutzt….

Doch bei aller Giftigkeit hat die Eibe einen besonderen Zauber….und einiges zu bieten!

Das Holz hat ganz besondere Eigenschaften….es ist hart und viel schwerer als andere Nadelhölzer….es ist robust und sehr resistent gegen Pilze, verträgt Feuchtigkeit gut und fault nicht…somit sehr witterungsfest und beständig….zudem elastisch!….und….die Eibe ist harzfrei.

So wurde das Holz der Eibe schon in alten Zeiten zur Herstellung von Bögen verwendet – vielleicht daher der Name…denn „taxon“ bedeutet Bogen. Die ältesten Eibenspeerfunde sind auf 150 000 v. Chr. datiert! Ausserdem wurde das Holz bei Pfahlbauten und zur Sargherstellung verwendet. Heute wird es bei Drechselarbeiten genutzt.

Nun zur Erscheinung – die Eibe wächst sehr langsam und hat einen ganz typischen Stamm…die Rinde ist rot braun und schuppig (ausser junge Bäume), meist gedreht und setzt sich aus mehreren zusammen. Die Eibe reagiert bei Verwundungen mit zahlreichen stammbürtigen Trieben, die dann gerne verwachsen mit dem Hauptstamm. So entstehen manchmal ganz einzigartige Baumgestalten.

Die Eibe kann unglaublich alt werden….bis zu 2000 und 3000 Jahre! und zeichnet sich mit ihrer Regenerationskraft aus.

Die Taxus baccata ist immergrün, hat dunkelgrüne glänzende Nadeln…sie sind zugespitzt, flach und weich (Verwechslungsgefahr: Tanne). Der ganze Baum hat eine kegelförmige Gestalt mit einer unregelmäßigen Krone oder auch wie ein ausladender Strauch.

In vielen europäischen Kulturen wurde die Eibe verehrt und als heilig gesehen. Oft wird sie als Totenbaum bezeichnet und häufig auf Friedhöfen gepflanzt. Sie ist ein „Schwellenbaum“, der uns in die Unterwelt führt und trägt den Geist von Leben und Tod, Transformation und Loslassen in sich. Der Baumgeist wird beschrieben als weiblich, warm und von freundlicher Natur. Aus den Zweigen wurden auch Schutzamulette gemacht, denn die Eibe wehre allen Zauber ab.

Der Baum hat auf jeden Fall etwas mystisches an sich.

Ich träume schon lange davon, einen der wenig übrig gebliebenen Eibenwälder zu besuchen. Er ist nicht weit von mir entfernt, in Bayern….der Paterzeller Eibenwald….vielleicht kann ich schon bald ein paar Bilder mit euch teilen.

 

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