Mission Frieden: Teil 5 Auf den Spuren einer Friedenstifterin

2 Dinge liegen mir am Herzen….Friedenstifen und meine Wurzeln kennen und festigen…wie ich diese zwei Anliegen verbinde, davon erzähle ich euch jetzt.

Ich durfte in der Natur- und Wildnisschule schon einiges über die Friedensstifterkultur der Haudenosaunee (Irokesen) hören und lernen. Inspiriert davon, versuche Werte wie Wertschätzung, Einheit, inneren Frieden in mein Leben zu integrieren.

Ich schätze das Wissen der Nativen Völker und sehne mich zugleich nach Geschichten aus unserer Kultur. Haben auch wir friedvolle Wurzeln? Gibt es Vorbilder in unsere Tradition? Ich habe mich auf die Spurensuche gemacht und wurde fündig!

Die heilige Notburga!

img_20201018_084124-1

Postkarte: Bildhauer Franz Knapp

Legenden erzählen:

Notburga wurde um 1256 in Rattenberg geboren und wurde mit 18 Jahren „Beschließerin“ (Geschäftsführerin) auf der Rottenburg bei Buch (Jenbach/Tirol). Dort lebte Graf Heinrich, ein Hofmeister von Tirol. Notburga verteilte immer übrig gebliebenes Essen und Trinken an die Armen und Notleidenden. Als aber die junge Gräfin Ottilie Schlossherrin wurde, verbot sie Notburga diese Hilfsdienste. Notburga teilte jedoch weiterhin das, was sie sich nun von ihrem Munde absparte. Und da trug sich eines der ersten Wunder zu. Als sie auf dem Weg war mit Brot in der Schürze, wurde sie vom Graf aufgehalten. Sie musste ihre Schürze öffnen, doch statt dem Brot lagen da nur noch Hobelspäne und der Wein war in Waschlauge verwandelt.

Die Gräfin verwies sie aber dennoch von der Burg.

20191018_151623.jpg

Ausblick von der Rottenburg Ruine

Notburga fand Arbeit in Eben beim Achensee bei einem Bauer als Magd. Notburga war sehr gläubig und vereinbarte, nach dem Sonnenuntergang die Arbeit niederzulegen zu dürfen um zu beten. Der Bauer hielt sich nicht immer an die Abmachung und verlangte von allen weiterzuarbeiten. So kam es zum zweiten Wunder. Das Sichel Wunder. Notburga nahm ihre Sichel und hing sie an den letzten Sonnenstrahl. Daher wird sie oft mit der Sichel in der Hand dargestellt.

Währenddessen gab es auf der Rottenburg viel Unfrieden und der Graf bat Notburga zurück zukehren. Ottilie lag im Sterben. Notburga kam noch rechtzeitig um mit ihr Frieden zu schließen. Sie vermittelte auch zwischen den anderen Streitparteien und konnte bald Frieden stiften.

Die zweite Ehefrau des jungen Grafen war milde und Notburga durfte von dort an wieder offiziell die Armen und Kranken versorgen.

Sie lebte und wirkte bis zu ihrem Tod auf der Burg.

Das dritte Wunder geschah nach ihrem Tod. Sie bat ihren Leichnam auf einen Ochsenkarren zu legen und sie ziehen zu lassen. Dort wo der Karren stehen bleibe, dort wolle sie begraben werden. Der Ochsenkarren hat laut der Legende erst in Eben Halt gemacht und ist durch den Fluss Inn durch gefahren.

Sie wurde 1313 in Eben begraben und von dort an verehrt. Viele pilgerten zu ihrem Grab. Es entstanden richtige Wallfahrtsströme, die bis heute nicht aufhören.

400 Jahre nach ihrem Tod wurde sie exhumiert. Ihr Skelett wurde zu einem Ganzkörperreliquie in der Kirche von Eben und das stehend auf dem Hochaltar! Das ist eine Seltenheit!

Ich war dort….ja da steht ein bekleidetes Skelett mitten am Hochaltar. Ein bizarrer Anblick.

Es lohnt sich nach Eben zu fahren und sich das anzusehen. Zudem möchte ich euch den Besuch des Notburga Museum ans Herz legen. Es ist voll von Bildern und Skulpturen der Notburga. Muss man nicht gesehen haben, doch es gibt eine ganz besondere Statue für die es sich wirklich lohnt her zu kommen. Sie hat mein Herz berührt!

Ja das ist doch mal eine bemerkenswerte Frau!

Sie ist so für ihre Werte eingestanden und das im Kontext dieser Zeit.

Woher kommt ihre Güte?

Aus welcher Quelle schöpft sie ihre tiefe Liebe und Fürsorge für die Menschen?

Warum sind wir nicht alle mit dieser Quelle verbunden?

Was, wenn ich für meine Wert so einstehe? Welche Wunder geschehen dann?

Hast du auch schon mal erlebt, dass eine klare Ausrichtung und ein „gehen FÜR etwas“ ganz klare „Ergebnisse“ bringt und zur Realität wird?

Es gibt einen sehr schönen Weg zur Ruine der Rottenburg, auf dem es auch eine Besonderheit zu entdecken gibt.

Die Notburga Fichte!

Sie ist die höchste Fichte und vermutlich der höchste Baum in Tirol! So schließt sich sogar der direkte der Kreis zur Pflanzenfrau 🙂

20191018_142203.jpg

Notburga heißt übrigens Schutz gewährend in Bedrängnis.  „not“ bedeutet im Althochdeutschen Bedrängnis und burga Schutz und Zuflucht.

Wenn ich so lese was ich schreibe, ist Notburga eine Inspiration in vielerlei Hinsicht und macht dich hoffentlich auch neugierig….Lust auf eine Entdeckungsreise? Ich bin jedenfalls begeistert was mich die Spurensuche alles finden hat lassen. (Solltest es dir nicht möglich sein, die Orte zu besuchen, schicke ich dir gerne Fotos.)

Wie schön von einer so bemerkenswerten Frau, in meinen Augen eine Friedenstifterin, zu wissen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s