Antworten und dann doch wieder Fragen…der Zirbenweg

Im Bericht über den Zirbenweg habe ich einige Fragen gestellt, die ich jetzt versuche zu beantworten….und möchte euch noch einmal herzlich einladen, aktiv auf meine Fragen zu antworten…entweder direkt als Kommentar oder auch nur an mich über den „Kontakt“. Der Blog und ich sind offen … und ich würde mich freuen, wenn es ein Platz für einen Austausch wird….gerne poste ich auch eure Geschichten, eure Fragen,…

Du kennst den Bericht über den Zirbenweg noch nicht? ….hier kommst du zu ihm…Zirbenweg

Wie alt ist diese Zirbe?

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Ganze 250 Jahre!! Diese Info habe ich von einem Schild unter dem Baum. Die Zirbe wächst schon sehr langsam!

Woher weiß man eigentlich das Alter eines Baumes? Wenn er gefällt ist, kann man ja die Jahresringe zählen….aber bei einem stehenden Baum? Hm? Hat jemand eine Idee?


Wer hat da wohl genascht? Und warum gerade an diesem Baum so oft?

Ich kann ja auch nur vermuten….aber Biber schließe ich eher aus…der mag ja dann doch gerne Wasser….und am Berg ist mir auch noch keiner begegnet…

Ich tippe auf einen Specht. Doch welcher? In der Familie der Picidae finden wir den Grün-, Bunt-, Schwarz-, Dreizehen-, Klein-, Blut-, Mittel- und Weißrückenspecht.

Machen alle Spechte die gleichen Löcher? Oder kann ich anhand der Form und der Lage der Baumhöhlen, eine Specht Art identifizieren?

Spechte mögen doch sonst gerne Todholz….dieser Baum lebt noch….jedenfalls schaffen sie mit ihrem Hämmern Behausungen….auch für andere Tiere…und finden zugleich Nahrung….

Wie schon der Tannenhäher zeigt…Tiere und Pflanzen sind eng miteinander verbunden…so bringen mich die Pflanzen auch den Vögeln näher 🙂


Wie brennt Zirbenholz?

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Es ist schwer, ein Feuer zu beschreiben…doch ich versuche es…und empfehle natürlich, es selber zu probieren…es ist wie mit den Pflanzen an sich….man kann so viel über sie lesen, doch kenne ich sie erst, wenn ich ihr begegne, sie sehe, rieche, schmecke, beobachte…mit ihr koche (falls nicht giftig)….oder eben…wenn ich ein Feuer ganz bewußt nur mit einer Holzsorte entzünde…das Feuer lehrt mich etwas über die Pflanze.

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Ich empfand das Zirbenholzfeuer sehr weich und warm. Sanft.

Auch wenn ich euch jetzt nicht konkretere Informationen über die Zirbe geben kann, weiß ich dass mich dieses Feuer mit der Zirbe verbunden hat…und ich sie ein bißchen näher kenne…


Ich hoffe, deine Neugier ist geweckt….wer neugierig ist, stellt Fragen….wer sich auf die Suche macht findet Antworten….die meist Fragen aufwerfen….das macht neugierig….

Das ist der Weg in die Tiefe. In die Verbundenheit.


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Zirbenweg

Mitte September machte ich mich auf, um den ältesten Baum von Tirol zu begrüßen. Meine Recherchen auf der Suche nach alten Bäumen hat mich auf die 750 Jahre alte Zirbe am Zirbenweg gebracht. So startete ich bei traumhaftem, jedoch für September ungewöhnlich warmen Wetter hoch über Innsbruck los.

Geht ihr ein Stück mit mir mit?

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Was für ein Ausblick!!

Die Preiselbeerstauden färben sich schon rot….und verzaubern die Berge…

Wie der Name schon verrät, sieht man hier auf diesem besonderen Weg lauter Zirben…und dieser Baum verdient wirklich unser Beachtung und Hochachtung. Wenig Bäume können es mit solchen Bedingungen aufnehmen wie die Zirbe.

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Die Zirbe wächst im Hochgebirge und ist ein anspruchsloser, genügsamer Baum. Sie kann mit Schnee und Wind gut umgehen, da die Nadeln in einem Quirl zu 5 Nadlen wachsen (Wie viele haben Kiefern?) und elastische Äste hat. Sie wächst sehr langsam….und hat ein ausgesprochen weiches Holz.

Wie alt schätzt ihr dieses Exemplar?

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Der Duft der Zirbe ist unverkennbar und berührt unser Herz. In alten Zeiten wurde schon die „gute Stube“ aus Zirbenholz gemacht. Wußten die Menschen früher einfach um die wohltuende Kraft dieses Baumes, so belegen es heute Studien. Wohl kaum ein Baum ist so berühmt für seine ausgleichende Wirkung auf den Herzschlag, den Schlaf und die Erholung….und die Zirbe ist richtig modern geworden…

Wer hat sich nicht schon mal ein Bett oder ein Kasten aus Zirbe gewünscht?

Kannst du dir kein Bett leisten….gibt es inzwischen schon die verschiedensten anderen Produkte zu finden…. Zirbenspän Kissen, Holzkugeln für die Wasserkarave, Duftöle, Kosmetika, ….Schnaps 😉

Für einen Zirbenschnaps setzt man die ganzen Zapfen in einen geschmacksneutralen Schnaps oder Korn zusammen mit Kandiszucker und Zimt an….doch dafür bin ich heuer zu spät…Ende Juni, Anfang Juli wäre der richtige Zeitpunkt…

So weiter geht´s auf dem Zirbenweg….

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Die Tannenhäher fliegen zu Hauf während der ganzen Wanderung herum. Sie sind eng verbunden mit den Zirben….die Samen sind ihre Hauptnahrungsquelle…und auch für die Zirbe sind diese Vögel sehr wichtig…denn die Tannenhäher verstecken sich die Samen für den Winter….und finden Sie nicht mehr alle…und so wachsen jedes Jahr viele neue Bäume.

Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)

Tannenhäher Bild von Wikipedia -Link dazu

Warum heißt der Vogel eigentlich Tannen Häher und nicht Zirben Häher?hm…Im Dialekt sagen wir jedenfalls Nussgratsch….er sammelt Nüsse und macht gra gra…

Ich habe noch jemanden entdeckt, der/die/das (?) die Zirbe mag….

Wer hat da wohl genascht? Und warum gerade an diesem Baum so oft? Hm?

Na, wo ist nun der älteste Baum Tirols?

Ein Schild verrät mir, dass er nicht zugänglich ist…der Ampasser Kessel sei durch seine Unwegsamkeit geschützt und soll es auch bleiben…man kann nur ein Foto anschauen und das Gebiet von oben beobachten…ich gebe mich mit dem Ausblick zufrieden…sie warnen vor unwegsamen Gebiet und bitten den Naturschutz zu wahren….ok….etwas enttäuscht….doch….

Wie fühlt sich die 750 Jahre alte Zirbe?
Was hat sie schon alles erlebt und gesehen?

Für wie viele Tiere hat sie Heimat und Nahrung gespendet?

 

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750 Jahre. ..das ist wirklich eine Baum – Großmutter

Am Ende vom Zirbenwege kann man im Sommer mit der Glungenzer Bahn ins Tal und mit einem Bus zum Ausgangspunkt zurück fahren. Doch Mitte September war der Betrieb schon eingestellt. So bin ich zu Fuß ins Tal…ein ziemlicher Hatscher! Auch wenn ich noch viele leckere Moosbeeren und hübsche Brombeeren gefunden habe….

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…empfehle ich den selben Weg zurück zu gehen und mit der Patscherkofelbahn ins Tal zu fahren.

Eine wunderschöne Wanderung mit herrlichem Ausblick und viele Begegnungen mit dem herzerwärmenden Zirbenwesen!

 

Nun noch eine Frage…wie brennt Zirbenholz? Wie warm ist sein Feuer? Macht es überhaupt einen Unterschied, welches Holz verbrennt? Oder ist Feuer Feuer? Wie klingt ein Zirbenholz Feuer? Welche Farbe hat es? Kann ich über diesen Weg etwas über die Pflanze herausfinden und lernen?

Ich wollte es wissen….und habe kleine Äste von Zirben mitgenommen….

Das Feuer und die Antwort auf die Alterschätzung folgen bald….


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Hier der Beitrag mit den Antworten: Antworten und dann doch wieder Fragen…der Zirbenweg

 

Was kannst du voller Freude Entbeeren?

Der Herbst zeigt sich in seiner Farbenpracht….Vogelbeeren in Hülle und Fülle…überall leuchtet es rot – orange von den Bäumen…

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…dieses Jahr ist ein Jahr der Fülle…alle Beeren und Früchte sind in unglaublicher Menge gewachsen und gereift….die Bäume biegen sich…alles ruft…plück mich…sammel mich…

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Mich ziehen heuer die Vogelbeeren in ihren Bann…diese wunderschöne Farbe…ich kann mich gar nicht satt sehen und es kann kaum erwarten, mit und aus ihnen Leckereien zu machen….mich zu probieren an der für mich „neuen“ Frucht in der Küche.

 

Bis jetzt kannte ich nur den Vogelbeerenschnaps, der sehr edel und teuer ist….doch ich habe gelesen, dass die Früchte essbar und zudem äusserst gesund sind. Sie enthalten besonders viel Vitamin C, Karotin, Gerb- und Bitterstoffe und schmecken daher sehr bitter und sauer. Rohe Beeren beinhalten eine Parascorbin Säure, die schleimhautreizend ist und zum Erbrechen und Durchfällen führt. Daher nicht mehr als 5 – 7 rohe Beeren naschen.

Doch auf Wanderungen können uns eben diese wenigen Beeren stärken. Sie löschen den Durst und stützen das Herz.

Durch Kochen verwandelt sich die Parascorbinsäure und die Beeren werden auch in Mengen bekömmlich!

Durch Einfrieren verlieren sie auch noch die starke Bitterkeit.

Also einen Frost abwarten und hoffen, dass die Vögel, die diese Beeren lieben, noch was übrig lassen….oder selber mit der Kühltruhe für eine Frostphase sorgen 😉

Ausserdem könnte man sie für 24h in Magermilch einlegen, das bindet auch die Säure.

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So wunderschön….jetzt geht es ans ENTBEEREN….

Was für eine Freude, eine sehr meditative Tätigkeit :)….ich tauche tief ein….

 

Das erste Kompott habe ich vor einiger Zeit noch unerfahren direkt gemacht…und tja es ist schon recht sauer…doch ein echtes Erlebnis…und irgendwie macht es Spaß sie zu essen …und man gewöhnt sich an das Bittere.

Jetzt versuche ich mal das Einfrieren vor dem Verarbeiten. Ich möchte einen Likör, Kompott und Marmelade machen. Bei der Marmelade lese ich immer wieder sie zu mischen mit Apfel, Birnen oder Holunder….

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Habt ihr auch Lust euch wie die Vögel auf die besonderen Beeren zu stürzten und voller Freude zu Entbeeren?

Hier schon mal das Rezept für den Vogelbeeren Likör:

nach der Frostphase….in ein Schraubglas….

2/3 Vogelbeeren

1/3 Kandiszucker

pro 1/2 Kilo Beeren ca 1 Stange Zimt und 1 El Korianderkörner

Mit Weinbrand übergießen bis alles bedeckt ist….ab in die Sonne….für 3 Monate zur Reifung….tägl schütteln…danach abseihen und in Flaschen abfüllen…im Dunkeln lagern und nachreifen lassen….

 

 

 

 

Sinn volle Pflanzenbegegnung

Wo begegnest du Pflanzen?

Was fühlst du, wenn du einer Pflanze begegnest?

Was denkst du, wenn du einer Pflanze begegnest?

Wann begegnest du Pflanzen?

Was hörst du, wenn du einer Pflanze begegnest?

Wie begegnest du Pflanzen?

Ich laufe durch den Wald…seit langem spüre ich eine Kälte an meiner Haut. Wie wohltuend ist der Wald, besonders nach dem Regen….alles ist rein gewaschen, die Luft ist sauber und klar, es riecht ganz anders, der Wald schaut anders aus….was für ein gutes Gefühl meinen Körper zu spüren, mit ihm durch den Wald laufen zu können, 2 gesunde Beine zu haben….ein Herz das schlägt, Lungen die atmen,…

Was für ein Geschenk sind unsere SINNE!

Setzen wir die Sinne bewußt ein….lenken wir die Aufmerksamkeit auf sie….dann sind wir im …HIER und JETZT….

Ist das nicht eine der schwierigsten Dinge….im Hier und Jetzt zu sein?

Für mich schon….und doch weiß ich, es ist eine Quelle, wenn nicht DER Ursprung, um zufrieden und glücklich zu sein.

So lade ich dich ein, deine SINNE bewußt einzusetzen, wenn du einer Pflanze begegnest.

Schau sie dir genau an, von Weitem, von ganz Nahem, jedes Detail, so wie die gesamte Erscheinung….

Rieche sie, von ganz Nahe….und probiere mal weiter weg zu gehen und zu riechen….du kannst vielleicht nicht mehr genau ihren Geruch ermitteln, doch baust du eine Verbindung auf!

Fühle die Pflanze….berühre alle Teile….die Blätter, die Blüten, die Stängel….fühle mit deinen Händen und probiere auch andere Körperteile aus….wie fühlt sich das Blatt auf deiner Wange an? Wie fühlt sich die Blüte auf deinem Bauch an?…

Berühre die Pflanze aus einer Distanz….kannst du ihre Ausstrahlung fühlen?

Schmecke die Pflanze….vorausgesetzt sie ist nicht giftig! Lass sie im Mund und spüre. Kaue sie. oder Lecke sie ab….Bäume mit der Zunge berühren ist ein besonderes Erlebnis.

Höre was sie erzählt…ich habe noch nie wirklich eine Pflanze sprechen hören, doch ich höre ihr trotzdem zu, mein Herz hört vielleicht etwas, das ich mit meinen Ohren gar nicht wahrnehmen kann.

WAAUUU…was für ein Erlebnis… 😉

Über die Sinne bauen wir Verbindung zu einer Pflanze auf und lernen sie auf eine besondere Weise kennen. Diese Eindrücke werden dich lange begleiten….aber am besten ist, du probierst es einfach aus…und erlebst deine ganz persönliche

….SINN VOLLE Pflanzenbegegnung…

Die Sinne können übrigens trainiert werden….es gibt Menschen, die die nächste Trinkwasserquelle riechen können!

Es macht Spaß an ungewöhnlichen Dingen zu riechen…und zu versuchen Unterschiede zu erriechen….ich bin gerade dabei Steine über den Geruch kennen zu lernen…

…..vom WIE zum WO Impuls…

Was hast du für eine Antwort auf die Frage, WO begegnest du Pflanzen?

Im Wald? Auf der Wiese? In der Stadt? Am Friedhof? Auf einer der Mauer?

In der Oper???

Ja! Ich bin einer Pflanze in der Oper begegnet – dem Lorbeer und seiner Geschichte…und ich bin fasziniert und werde weiter forschen…doch eine Frage kann ich schon rausschicken…

Weißt du, warum der Lorbeer den Kopf von Helden und Sieger schmückt?

Ja….Pflanzen haben Geschichten zu erzählen…. 🙂

Ich hoffe, meine Geschichte öffnet deine Augen, Ohren und dein Herz für ganz neue unbekannte SINN VOLLE Begegnungen mit Pflanzen….die über Schublade auf, Gänseblümchen rein, weiter geht´s, hinaus geht…….vom Small Talk hin zum persönlichen, tiefen Gespräch mit den Pflanzenleuten.

Viel Freude damit….und sei gespannt, was uns der Lorbeer alles erzählen wird….

 

Augenbraue der Venus, Augenbraue der Venus, Augenbraue der Venus

Am 15.8. ist/ war Maria Himmelfahrt. Ein großer Frauentag. Die Frauen und die Kräuter werden geehrt. Dieser Brauch geht weit in die alte Zeit zurück.

So möchte ich zu diesem Anlass eine Frauenpflanze vorstellen. Eine meiner Lieblinge, die nicht nur für Frauen Gutes tut…. „Heil aller Welt“ wird sie genannt, neben Frauendank, Wundkraut oder Soldatenkraut.

Die Namen verraten schon, welch große Heilkraft in der Achillea millefolium steckt.

Ganz besonders an ihr ist, dass sie immer ausgleicht und eigentlich konträre Wirkungen hervorruft….sie stillt Blutungen und fördert sie….sie heilt Wunden, kann aber auch Ausschläge hervorrufen….bei Überdosierung kann sie Nierenblutugen verursachen, zugleich kann sie Nierenblutungen heilen….zu starke Monatsblutungen senkt sie, zu schwache steigert sie….

Ihr großes Geschenk ist die Stark AUSGLEICHENDE Wirkung.

Sie bringt uns in die Mitte. So wie ihr Stängel fest und stabil ist und sich nicht brechen lässt (vorher lässt sie lieber die Erde los), hilft sie uns ins Lot zu kommen. Und das auf eine ganz SANFTE, LIEBEVOLLE Weise. Durch ihre Geborgenheit und Wärme, die ihr Duft und Geschmack bringen, lösen sich Verspannungen und Verkrampfungen. Ihr gesamtes Erscheinungsbild zeugt von dieser Leichtigkeit und Luftigkeit verbunden mit der Stärke. Die wechselständigen Blätter sind kräftig grün und voller Vitalität. Sie gleichen einer Feder. Doch sind die Spitzen spitz und ein „über das Gesicht streichen“ ist eher kratzig als flauschig.

Sie blüht von Juni bis Oktober weiß bis zart rosa (als Frauenheilmittel haben die rosa farbigen noch mehr Kraft); eine Blüte hat 4 bis 6 Blütenblättern, in einer Scheindolde – doch sie ist KEIN Doldengewächs – sondern gehört zu den Korbblütengewächsen.

Man kann alle Pflanzenteile essen. Tee, Tinkturen, Liköre, Wein, Gele, Gemüse, Gewürz,…sie lässt sich vielseitig einsetzen….

Lust zu probieren? Du könntest sie als armomatisches Gewürz in Speisen z.B.: Kräutertipp geben oder einen Tee brauen, wenn dein Magen verstimmt oder deine Blase entzündet ist.  Oder vielleicht ein wohltuendes Bad?

Hier nochmal die Heilwirkung zusammen gefasst….

  • Frauenheilmittel: bei zu starken oder schwachen Blutungen, im Wechesl, bei Schmerzen während der Regel,….sie wirkt immer ausgleichend und entspannend, jegliche Unterleibsbeschwerden.

Jede Frau sollte zwischen durch eine Tasse Tee davon trinken…“es bliebe ihr viel Unheil erspart“, sagten schon alte Kräuterexperten wie Kneipp oder Treben.

  • stärkt die Nerven, beruhigt, stärkt das Herz
  • bei Magen Darm Problemen
  • Niere und Blase – sie stärkt und wärmt die Organe
  • Wunden
  • gut für die Haut
  • Blut: Blut bildend, stillend, reinigend, fördernd
  • gut für das  Venöse System….Krampfadern, Hämoriden,…
  • bei Kopfschmerzen – auch gegen Migräne
  • entzündungshemmend

Die Einnahme der Pflanze kann lichtempfindlich machen und manche Menschen reagieren empfindlich auf sie – eine Allergie oder Wiesendermatitis kann die Folge sein – allergisch veranlagte Menschen sollten vorsichtig beginnen.

Weißt du eigentlich schon von wem ich spreche? Du kennst sie bestimmt…so wie das Gänseblümchen zählt sie zu den bekanntesten Pflanze unserer Kindheit.

Neugierig?

Ihre Stängel werden in China sogar seit 4000 Jahren beim I GING (Orakel) verwendet.

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Die Schafgarbe

„Garwe“ heißt Gesundmacher. Die Schafe fressen sie gerne. Sie und andere Tiere wurden damit gefüttert, damit sie gesund bleiben und werden.

Auch der lateinische Name – Achillea millefoilum – der verwundete Achilles – hat seine Ferse mit Schafgarbe versorgt.

Es gibt so viel über diese Pflanze zu erzählen!….und ich kann euch nur empfehlen, sie tiefer kennen zu lernen…besonders die Frauen unter euch.

Ich weiß und spüre, generell im Kontakt mit Pflanzen, doch besonders mit den Frauenheilpflanzen, verwurzelt sich die Frau in mir mit der Erde und all die guten Frauen- und Naturkräfte werden wach…

….so hoffe ich, dass viele von euch zur Schafgarbe greifen und du mit einem Lächeln an das Frausein denkst….und vielleicht bei einer Tasse Schafgarbentee folgende Fragen in dir klingen lässt….

Hast du das Frauenfest zelebriert? Hast du deine Weiblichkeit geehrt? Gönnst du dir immer wieder Zeit mit anderen Frauen und gehst in deine weibliche Kraft? Bist du gerne eine Frau? Was brauchen wir Frauen? Was brauchen unser Töchter? Wie können wir Mutter sein gesund leben? Wann hast du deine Großmutter das letzte Mal besucht…ihr zugehört? (eine Großmutter muss nicht eine Verwandte sein)

Behandeln wir Frauen uns gegenseitig wertschätzend?

Angelika, bist du´s?

Ich brauche Hilfe….ich begegne einer Pflanze, die mich sehr fasziniert…ich würde sie gerne näher kennen lernen….aber die Familie zu der sie gehört, ist sehr gefährlich.

Ist dir schon aufgefallen, dass es Pflanzenfamilien gibt, da sind alle essbar….die Lippenblütler zum Beispiel…oder Familien, da sind fast alle giftig, zum Beispiel die Euphorbiaceae (Wolfsmichgewächse).

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Familie….die Doldengewächse – Apiacea.

In dieser Familie findet man viele Gewürz- und Nahrungspflanzen, sowie ganz starke Heilpflanzen….doch auch stark giftige Vertreter…und alle schauen sich verdammt ähnlich! Hm.

Viele trauen sich gar nicht an diese Familie ran…was verständlich ist und auch vernünftig, da es wirklich schlimme Folgen haben kann, wenn man sich nicht ganz sicher in der Bestimmung ist. Also Vorsicht!

Der gefleckte Schierling, der Wasserschierling, der Riesenbärenklau sind sehr giftig!

Auch die Hundspetersilie…sie schaut der Kräuter – Petersilie sehr ähnlich und darf nicht gegessen werden!

Noch einmal – sehr vorsichtig sein!….ich habe großen Respekt vor dieser Familie und bin daher auch eher zurückhaltend.

Doch für mich ist es wichtig, mich doch an diese Gruppe heran zuwagen…besonders weil ich eben diese Pflanzenfreude spüre, wenn ich an die Angelika denke…die Engelwurz.

Sie zählt zu den großen Heilpflanzen und galt lange als ALLHEIMITTEL.

Anglica achrangelica – die Echte oder Arznei Engelwurz wächst selten wild, jedoch ihre Schwester, die Wald Engelwurz – Angelica sylvestris finden wir auf feuchten Wiesen, Auenwäldern, humosen Böden. Sie duftet aromatisch nach Sellerie und Ananas, der Stängel ist rund und hohl, leicht gerillt. Die Blätter sind eiförmig/ oval, der Rand ist gezähnt. Die Blüten sind weiß bis rötlich.

Und schaut…das könnte doch die Wald Angelika sein?

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Das Erscheinungsbild einer Pflanze gibt uns eine Idee davon, wie die Heilwirkung ist…so kannst du immer die Pflanze aus einiger Entfernung und auch von ganz Nahe anschauen und dich fragen, wie sie auf dich wirkt…

Was strahlt diese Pflanze für dich aus? Wie wirkt sie auf dich?

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Auf mich wirkt sie mächtig, kraftvoll, stabil, aufrecht, licht, strahlend, stark….

Früher wurde die Engelwurz als Mittel gegen die Pest und auch um sich davor zu schützen verwendet. Heute können wir immer noch unser Immunsystem mit ihr stärken und bei allen Infektionskrankheiten wird sie uns helfen wieder zu Kräften zu kommen. Ebenso hilft die Angelika bei anderen Schwächezuständen, wenn wir starke Nerven brauchen oder mehr Mut. Sie enthält viele Bitterstoffe, die das ganze Verdauungssystem und den Stoffwechsel unterstützen. Auch bei Erkrankungen der Atemwege löst die Engelwurz den Schleim und kann sogar bei chronischen Leiden eine Besserung bewirken.

Meist wird die Wurzel der Angelika verwendet – einfach kauen, Tee oder Tinkturen/ Schnäpse oder Wein werden damit zubereitet. Salben hergestellt. Auch in der Küche kann sie verwendet werden. UND zum Räuchern! Sollte in jede Schutzräucherung, bringt viel Licht und stärkt das Vertrauen.

Im Mittelalter bezeichnet man die Angelika als Lebenselixier.

Sie bringt Licht und Freude!

Kennst du die Angelika? Bist du schon einer Engelwurz begegnet?

Wenn nicht halte Ausschau nach ihr….ich finde ihre Ausstrahlung wirklich besonders und sehr gut spürbar….meine Aufmerksamkeit fesselt sie jedenfalls 🙂

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bilder eine Angelika zeigen, würde mich aber sehr freuen, wenn mir das jemand bestätigen kann….

Angelika, bist du´s?

 

 

Unter die Haut

Heute möchte ich ein Erlebnis erzählen, das unter die Haut geht. Ihr werdet staunen…ich zumindest war schwer beeindruckt und tief berührt.

„Aus den Rinden von Bäumen können Gefäße hergestellt werden“

Das hörte ich beim Grundkurs der Wildnisausbildung….doch probiert habe ich es nie…

Bis ich (wir) beim letzten Pflanzenkurs daran erinnert wurde(n). Wir wanderten in einem Wald, der gerade ausgeforstet wurde. Die Rinde von Bäumen dient als ausgezeichnete Survival Nahrung. Das innere der Rinde – das Kambium kann gegessen werden…es ist sehr nahrhaft…und ausserdem können Gefäße hergestellt werden, die sogar Flüssigkeiten halten.

Die lieben Bäume liefern uns immer wieder so viele Geschenke…

Die Rinde darf man nie über die ganze Breite abziehen….ausser der Baum ist schon gefällt…das würde den Baum zu stark verletzen.

Hat man aber die Möglichkeit wie wir und findet gefällte Bäume…bietet es sich an, den Baum auf eine besondere Weise kennenzulernen!

Du schneidest die Rinde ein, hebst sie an und löst mit den Händen und einem Messer die Rinde vom Baum…die Bilder zeigen es….

Es ist schwer zu beschreiben, wie sich das anfühlt….ich kann dir dieses Erlebnis nur ans Herz legen. Der Baum ist innen glatt und seidig….und ganz feucht. Man taucht irgendwie IN den Baum ein. Eine sehr intime Begegnung. Und der Duft. Hmmm. Und die Flüssigkeit….ein Gemisch aus Wasser und Harz….schmeckt lecker….und die Haut der Hände wird bei dieser Arbeit ganz zart….

Das weiße Innen kann man abschaben und essen. Zieht man einige Fäden ab, könnte man sie wie Nudeln kochen….das werde ich erst probieren. Mir schmeckt es roh schon sehr gut….

Nun startet die Falt – Gestalt – Aktion….wie Geschenkboxen versucht man möglichst aus dem ganzen Stück ein Gefäß zu formen und falten…bis die Rinde trocken ist – sie wird ganz hart, weicht jedoch auf, wenn länger Flüssigkeit im Gefäß ist.

Es war so schön zu beobachten, wie sich dieses Thema durch die Gruppe bewegte…jemand hat begonnen, jemand anderer etwas weiter gemacht, das hat wieder wen inspiriert was anderes zu versuchen,…..so entwickelten sich viele verschiedene Methoden und Kreationen!

Emu´s Kreation: er hat in Äste einen Spalt geschnitzt, um sie wie als Klammer zu verwenden bis die Schüssel trocken ist….dann noch zum fixieren, Löcher und mit Schnur aus Rinde gebunden

Kathrin´s Werke: sie hat ihre Rinde eingeschnitten und aussen mit einer langen schmalen Rinde („Schäps Abwurf“= Baum entrinden) stabilisiert – als Obstschale (wird keine Flüssigkeit halten) (die Steine sind zum fixieren, bis trocken)

Hier meine Kreationen: schon in getrocknetem Zustand. Ich habe zuhause zum Fixieren einfach Wäscheklammern genommen (das kleine Boot ist von Kathrin)

Na…bist du neugierig, wie sich eine Baumhaut anfühlt?

Hast du Ideen, was du kreieren möchtest? Lass deiner Phantasie freien Lauf….ein Stoff der besonderen Art….